Kauf- und Werkvertragsrecht

Der Kaufvertrag: Kaufverträge gehören zu den Grundtypen des Vertragsrechts. Die gesetzlichen Vorschriften sind in den §§ 433 ff. BGB geregelt. Es handelt sich hierbei um Austauschverträge, die auf die Übereignung einer Kaufsache gegen Zahlung des Kaufpreises gerichtet sind.

Gegenstand des Kaufvertrages können Sachen in jedem Aggregatzustand sein (Immobilien, Maschinen und technische Geräte, Bauteile, Gase oder Flüssigkeiten), aber auch Sachgesamtheiten (ein Unternehmen mit Inventar, Computer- Hard- und Software) und Rechte (Wertpapiere, Gesellschaftsanteile etc.). Auf den Handelskauf sind die besonderen Vorschriften des Handelsrechts anzuwenden. Beim beiderseitigen Handelskauf ist insbesondere die kaufmännische Untersuchungs- und Rügepflicht seitens des Käufers zu beachten.

Der Werkvertrag: Durch einen Werkvertrag wird dagegen der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes und der Besteller zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Die gesetzlichen Regelungen finden sich in den §§ 631 ff. BGB. Gegenstand des Vertrages ist ein gewisser Erfolg, nämlich die Schaffung eines Werkes. Dies kann die Herstellung einer Sache (körperlicher Werkerfolg), aber auch die Erstellung eines Gutachtens (unkörperlicher Werkerfolg) sein.
Bei Verträgen über Bauleistungen werden in der Regel die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB/B) vereinbart. Die Abnahme des Gewerkes stellt eine wichtige Zäsur dar, da der Besteller ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Erfüllungs- sondern lediglich Gewährleistungsansprüche geltend machen kann. Ferner beginnt der Lauf der Verjährungsfrist.

Die meisten Rechtsstreitigkeiten in beiden Rechtsgebieten ergeben sich zu der Frage der Wirksamkeit des Vertrages und hinsichtlich der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen.