Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat den Standard zur Erstellung von Sanierungskonzepten (IDW S6) neu gefasst und verabschiedet

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat den Standard zur Erstellung von Sanierungskonzepten (IDW S6) sowie die entsprechenden Fragen und Antworten neu gefasst und verabschiedet. Mit der Neufassung wird u.a. klargestellt, dass der Umfang von Sanierungskonzepten für kleinere Unternehmen an die typischerweise geringere Komplexität anzupassen ist.

Sanierungskonzepte werden aus unterschiedlichen Anlässen erstellt: als Grundlage einer Finanzierungsentscheidung in der Krise des Unternehmens, als Entlastung von Gläubigern, die in Kenntnis einer (drohenden) Zahlungsunfähigkeit ihres Schuldners einer Teilzahlungsvereinbarung zustimmen, als Sicherung des Sanierungsprivilegs nach § 39 Abs. 4 InsO, um nur einige zu nennen. Der BGH hat gerade in der jüngeren Vergangenheit in verschiedenen Entscheidungen wesentliche Aspekte eines Sanierungskonzeptes beleuchtet und Anforderungen definiert, die in die Neufassung des IDW S 6 nunmehr eingeflossen sind. Insbesondere werden die betriebswirtschaftlichen Anforderungen, die sich aus der Rechtsprechung des BGH ergeben, erörtert und dargestellt.

Die Neufassung des IDW S 6 ändert an den materiellen Anforderungen an Sanierungskonzepte im Grundsatz nichts, allerdings wurden die Ausführungen zu den erläuternden Grundlagen gekürzt oder teilweise gestrichen. Auch ist es bei der Beurteilung der Eigenkapitalausstattung künftig zulässig, neben dem bilanziellen Eigenkapital auch nachrangige und langfristig zur Verfügung gestellte Fremdkapitalbestandteile zu berücksichtigen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass mit der Neufassung des IDW S6 die Erstellung von Sanierungskonzepten insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) weitgehend erleichtert wird, mit dem Ziel, die Akzeptanz dieses Standards bei der Sanierung von KMU zu erhöhen.

Für Rückfragen oder Rechtsberatung im Bereich der Sanierung (insbesondere auch zu der Frage, wann ein Sanierungskonzept eingeholt werden sollte), zu Eigenverwaltungs- und Insolvenzverfahren sowie Insolvenzanfechtungsklagen stehen Ihnen Frau Rechtsanwältin Jessica Kießling LL.M. (069 6978-3160), Fachanwältin für Insolvenzrecht sowie für Bank- und Kapitalmarktrecht in Neu-Isenburg und Frau Rechtsanwältin Katja Bosold (0511 9574-5484) in Hannover jederzeit gern zu Verfügung.